Mehrlings­schwanger­schaften

Risiken beurteilen und abschätzen

Eine Mehrlings­schwangerschaft ist etwas Besonderes und bringt neben viel Freude auch spezifische Anforderungen an die medizinische Betreuung mit sich. Wir begleiten Sie vom ersten Ultraschall bis zur Geburt – dabei steht das Wohl der Mutter immer im Vordergrund.

Besondere Expertise

Die Wahrscheinlichkeit für Zwillings­schwangerschaften hat in den vergangenen Jahren v. a. durch die Reproduktions­medizin und das höhere Durchschnitts­alter werdender Mütter deutlich zugenommen. Dabei sind Mehrlinge – ob Zwillinge oder höhergradige Mehrlinge (drei oder mehr Feten) – immer Risiko­schwangerschaften, deren Begleitung ein hohes Maß an ärztlicher Kompetenz erfordert. Im Zentrum für Pränatale Medizin begleiten wir jährlich rund 100 Zwillings- und 5 höhergradige Mehrlings­schwanger­schaften, wodurch wir eine besondere Expertise in diesem Feld aufgebaut haben.

Höhergradige Mehrlinge

Von höhergradigen Mehrlingen spricht man, wenn bei einer Schwangerschaft mindestens drei oder mehr lebende Feten vorliegen. Das passiert selten, ist aber in jeder Beziehung eine besondere Herausforderung für die Schwangere sowie deren Familie. Mit jedem Fetus erhöht sich zudem die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt: Bei Zwillingen ist das Komplikations­risiko gegenüber Einlingen um das zwei- bis vierfache erhöht, bei Drillingen schon um das fünf- bis sechsfache. Umso wichtiger ist eine ausführliche Beratung und fachkundige Betreuung der Schwangerschaft durch erfahrene Pränatal­mediziner.

Ambulante Betreuung

Zur Beurteilung des Risikos bei Mehrlings­schwanger­schaften sind vor allem zwei Aspekte entscheidend: die Anzahl der Fruchtblasen (Amnionizität) und ob die Feten eine gemeinsame oder getrennte Plazenta haben (Chorionizität). Mit einer differenzierten Diagnostik und langjähriger Erfahrung können wir schon früh abschätzen, ob Komplikationen zu erwarten sind, und bei Bedarf weitere Schritte einleiten. Je nach Befund können wir zudem auf ein großes interdisziplinäres Netzwerk zugreifen und vielen Frauen so eine ambulante Betreuung der Schwangerschaft bis zum Schluss ermöglichen.

Gut informiert und vorbereitet

In unserem Download-Bereich finden Sie wichtige Aufklärungs- und Einwilligungs­bögen für Ihre Untersuchung in unserer Praxis. Wenn es Ihnen möglich ist, bringen Sie uns diese ausgedruckt und unterschrieben zum Termin mit.

FAQ

Eine Zwillings­schwangerschaft stellt für die werdende Mutter oftmals eine deutlich schwerere körperliche Belastung dar als eine Einlings­schwangerschaft. Durch das doppelte Volumen und Gewicht der Gebärmutter wird der Körper der Frau – insbesondere Beckenboden, Muskulatur und Bindegewebe – stärker belastet. Zudem ist das Risiko für Komplikationen wie Frühgeburt, Schwangerschafts­diabetes oder Bluthochdruck erhöht, weshalb Zwillings­schwangerschaften in der Regel medizinisch engmaschiger begleitet werden. Wir empfehlen Mehrlings­gebärenden daher immer, ein Erst-Trimester-Screening durchführen zu lassen. Ansonsten unterscheiden sich die Untersuchungen bei Mehrlingen prinzipiell nicht von denen bei Einlingen. Im Einzelfall kann es aber bspw. zu mehreren Kontrollen im Schwangerschafts­verlauf kommen.

Das größte Risiko bei einer Zwillings­schwangerschaft sowie einer höhergradigen Mehrlings­schwangerschaft ist die Frühgeburt, d. h. die Geburt vor der 37. SSW. Etwa 60 Prozent aller Zwillinge werden vor der 37. SSW entbunden, 12 Prozent vor der 32. SSW. Alle Drillings­schwangerschaften führen zu Frühgeburten.